Sonnenfilz

vergoldeterfilz

Zunehmend fällt es schwer mit dem wenigen Licht gut aus zu kommen. Vom Wetter  hört und liest man ständig. Ich selber sitze permanent in Kunstlicht. Gelegentlich tauche ich aus des Kellers tiefer Höhle auf und bin beinah geblendet von der Qualität des Tageslichtes. Wenn dann auch noch ein sonniger Moment ist habe ich kaum Lust mich wieder an die Arbeit zu machen. Es beschäftigte mich noch der Inhalt einer Mail als ich diesen Text hier las. Grund genug das gehörte und gelesene einzufilzen. Neben glänzender Seide, Goldfäden, Perlen und Glöckchen habe ich am Schluss den gesamten Filz vergoldet.

Winden-Traumnest.

Blumentraumnest1

Blumentraumnest2

Mein Sohn kam vor einigen Tagen zu mir mit einer weißen Windenblüte und sagte: “Schau Mama, das ist Mutter Gottes Trinkbecherlein” Er singt im Kindergarten ein passendes Lied und das gesungene Bild scheint sich schon mit ihm verbunden zu haben.. So entstand dieses “Mutter Gottes Trinkbescherlein Traumnest” In ihm sind kleine Körnchen, für das sinnbildliche Körnchen das sich mit einer Idee in uns legt, keimt und wächst um zur rechten Zeit Früchte zu tragen.

Die Anregung zu diesem Filzthema habe ich von Karen Betty-Tobias. Sie fertigt wunderbare Wunschknospen.

Traumnest in Flieder.

Traumnest4

Traumnest5

Traumnest6

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein dass es mit diesem Artikel einige Gestaltungsprobleme gab und ich nun zum dritten mal den Text erneuere. Mit Hilfe einer Kardiermaschine mischte ich einen zarten Fliederton aus feiner Merinowolle. Um ein wenig Glanz in die Wolle zu bekommen arbeitete ich Seidenfasern mit ein. Nach aulegen der Wolle umhüllte ich diese noch mit weiteren Wollsorten; Mohair, Angora und Seide. Zum Schluss stickte ich mit silbernem Faden kleine Pünktchen in den fertigen Filz um noch weitere Lichter zu schaffen. Flieder ist die Farbe der Glaubens und die Anbindung an das göttliche Prinzip.

Träumeräume.

Traumnest2

Traumnest1

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Das ist nun die angekündigte Filzarbeit an der ich gearbeitet habe. In der letzte Zeitschrift “Verfilzt und Zugenäht” war ein Artikel über Karen Betty-Tobias und ihre Wunschknospen. Diese wunderbaren kleinen Filzobjekte haben mich sehr angesprochen und der Wunsch wuchs dieses Thema auszudrücken und zu interpretieren. Ich fragte Karen ob es ihr recht sei wenn ich den Gedanken aufgreife und kucke was daraus wird. Mit ihrer Erlaubnis machte ich mich an die Arbeit.

Ein erstes Traumnest ist entstanden. Ein geschützter Raum. Aufgezeichnet in Form von Schrift oder Bild ist in dem Filznest Platz für eine Idee. Umhüllt, gewärmt, gebettet kann sich nun, zur rechten Zeit, ein Traum inkarnieren und Gestalt annehmen. Im Körper dieses Nestchens sind duftende Rosenblätter eingearbeitet, in ein herausnehmbares Säckchen, die immer wieder neu mit ätherischem Öl benetzt werden können. So spricht dieses Nestchen auch unseren Geruchssinn an, und erinnert uns ganz defensiv immer wieder an die Gegenwart unserer Träume.  Nicht nur warten, sondern auch dran bleiben an dem was wir uns erträumen!